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Speiseplanung mit Konzept: Gesundheitsfördernd und ausgewogen

Präsenzworkshop für Kitas im Landesprogramm gute gesunde Kita (LggK)

KI-generiert mit Google Gemini 2026

Was kommt in der Kita eigentlich auf den Tisch – und wie lässt sich ein Speiseplan so gestalten, dass er abwechslungsreich, kindgerecht und zugleich gesundheitsfördernd ist? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die Teilnehmenden beim Präsenzworkshop „Speiseplanung mit Konzept: Gesundheitsfördernd und ausgewogen für Kinder von 1–6 Jahren“ am 23.09.2026 in den Räumen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF).

Im Mittelpunkt stand dabei nicht nur die Frage, was Kinder essen sollten, sondern vor allem, wie sich die Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandards im Kita-Alltag konkret in eine gute Speiseplanung übersetzen lassen. Referentin Alexandra Prüß, Dipl. Oecotrophologin von der Verbraucherzentrale Berlin e. V., verband fachliche Grundlagen mit zahlreichen praktischen Übungen und lud die Teilnehmenden dazu ein, bestehende Speisepläne kritisch zu betrachten und weiterzuentwickeln.

Vom DGE-Qualitätsstandard zum konkreten Speiseplan

Eine ausgewogene Kitaverpflegung entsteht nicht zufällig. Sie braucht ein Konzept und eine Planung, die die verschiedenen Lebensmittelgruppen, ihre empfohlenen Häufigkeiten und die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt.

Gemeinsam wurden deshalb zentrale Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandards für die Gestaltung der Mittagsverpflegung betrachtet. Auf dem Prüfstand standen unter anderem die Auswahl und Abwechslung von Getreide- und Kartoffelbeilagen, der tägliche Einsatz von Gemüse und Salat, die Verwendung von Hülsenfrüchten, Obst und Milchprodukten sowie die Häufigkeit von Fleisch und Fisch. Auch die Auswahl geeigneter Fette und Öle und ein kindgerechtes Getränkeangebot wurden thematisiert.

Schon kleine Veränderungen können einen Speiseplan spürbar verbessern. Mehr Vollkornprodukte, abwechslungsreiche Stärkekomponenten, mehr Rohkost oder Hülsenfrüchte und eine bewusste Auswahl vegetarischer Gerichte bieten dafür konkrete Ansatzpunkte. Wichtig ist, die Empfehlungen nicht einzeln abzuarbeiten, sondern zu einem abwechslungsreichen Wochenplan zu verbinden.

Süßes im Kita-Alltag: Zwischen Genuss und Orientierung

Auch der Umgang mit Süßigkeiten und Zucker gehört zu einer zeitgemäßen Verpflegungskonzeption. Im Workshop ging es deshalb darum, wie Einrichtungen mit dem Thema Süßes umgehen können und warum klare, im Team und mit den Eltern abgestimmte Vereinbarungen hilfreich sind.

Die Teilnehmenden lernten verschiedene Möglichkeiten kennen, den Zuckergehalt bestehender Rezepte schrittweise zu reduzieren und Obst als natürliche Süße einzusetzen. An Zutatenlisten und Nährwertangaben übten sie außerdem, den Zuckergehalt von Lebensmitteln besser einzuschätzen.

Die Jüngsten im Blick: Was brauchen Kinder unter drei Jahren?

Ein eigener Schwerpunkt lag auf der Ernährung der jüngsten Kita-Kinder. Denn gerade bei Kindern unter drei Jahren spielen Entwicklungsstand, Kaustatus und die Vermeidung von Verschluckungsrisiken eine besondere Rolle.

Die Teilnehmenden klärten, welche Lebensmittel für Kinder unter drei Jahren geeignet sind und wie sich Speisen an ihren Entwicklungsstand anpassen lassen. Im Mittelpunkt standen Konsistenz, Würzung, Zubereitung und mögliche Verschluckungsrisiken. Für die Jüngsten müssen dabei nicht grundsätzlich andere Gerichte gekocht werden: Häufig genügen geeignete Konsistenzen, eine sparsame Würzung und eine sorgfältige Auswahl der Lebensmittel.

Speiseplan-Check: Genau hinschauen lohnt sich

Besonders praxisnah wurde es beim Speiseplan-Check. Anhand eines Beispielplans analysierten die Teilnehmenden, wo bereits gute Ansätze vorhanden waren und an welchen Stellen sich der Plan noch optimieren lässt.

Dabei ging es beispielsweise darum, die Häufigkeiten einzelner Lebensmittelgruppen mit den Empfehlungen abzugleichen, Vollkorn und Rohkost stärker einzubeziehen, Fleischgerichte zu reduzieren und geeignete pflanzliche Alternativen zu nutzen. Auch die saisonale Auswahl und die Abwechslung innerhalb des Speiseplans wurden berücksichtigt.

Ein genauer Blick auf den Wochenplan zeigt, wo sich mit überschaubaren Änderungen etwas verbessern lässt. Statt alles neu zu planen, können Einrichtungen vorhandene Angebote prüfen, Zusammenhänge erkennen und einzelne Bestandteile gezielt anpassen.

Vegetarisch, abwechslungsreich und gut kombiniert

Ein weiterer Blick richtete sich auf die vegetarische Ernährung in der Kita. Die Teilnehmenden setzten sich damit auseinander, wie sich klassische Fleischgerichte durch schmackhafte vegetarische Gerichte ersetzen lassen und welche Lebensmittelkombinationen dabei sinnvoll sind.

Hülsenfrüchte, Getreide, Kartoffeln, Milchprodukte und Eier lassen sich vielseitig miteinander kombinieren. Besonders sinnvoll ist es, eisenreiche pflanzliche Lebensmittel mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln zu verbinden. An bekannten Gerichten wie Bolognese, Gulasch oder Frikadellen erprobten die Teilnehmenden, wie abwechslungsreiche vegetarische Varianten entstehen können.

Vegetarische Gerichte zeigen, wie sich Gesundheitsförderung, Genuss und Nachhaltigkeit in der Kita verbinden lassen. Dafür braucht es einen abwechslungsreichen Speiseplan, der die Bedürfnisse der Kinder ebenso berücksichtigt wie ausgewogene Lebensmittelkombinationen.

Gemeinsam planen, voneinander lernen

Zum Abschluss ging es selbst ans Planen: In Gruppen entwickelten die Teilnehmenden eigene Wochenpläne für Frühstück und Vesper. Dabei sollten die Empfehlungen des DGE-Qualitätsstandards mit den Erfahrungen aus der eigenen Kita-Praxis verbunden werden.

Im Austausch wurde deutlich, wie unterschiedlich die Voraussetzungen in den einzelnen Einrichtungen sind. Die konkreten Erfahrungen der Teilnehmenden halfen dabei, fachliche Empfehlungen mit den Anforderungen des Kita-Alltags zu verbinden.

Gute Speiseplanung ist mehr als das Zusammenstellen einzelner Gerichte. Als Teil der Qualitätsentwicklung hilft sie Kitas, ihr Verpflegungsangebot systematisch zu verbessern und Kindern täglich eine abwechslungsreiche, gesundheitsfördernde und genussvolle Ernährung anzubieten.

Weitere Informationen: 

Anregungen für die praktische Umsetzung bieten:
- der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Kitas
- der Online-Speiseplancheck sowie
- die FIT KID-Rezeptdatenbank

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