IN FORM Projekt 2026-29
Lernraum Mittagspause: Entwicklung und Implementierung eines modularen Qualifizierungskonzeptes für die pädagogische Begleitung des Schulmittagessens in der Primarstufe
Förderzeitraum
03/2026 – 02/2029
Hintergrund
Mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf ganztägige Förderung und Betreuung ab 2026 hat die Kultusministerkonferenz im Beschluss vom 12.10.2023 Empfehlungen zur Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität in Ganztagsschulen formuliert. Die zwölf Empfehlungen betonen die aktive Rolle der Kinder, die Bedeutung von Wohlbefinden und positiven Beziehungen sowie die Notwendigkeit einer bedarfsgerechten Raumgestaltung und gesunden Verpflegung. In Berlin gibt es bereits gute Voraussetzungen (u.a. kostenbeteiligungsfreies Schulmittagessen und klar definierte Qualitätsstandards), um die Gestaltung der Mittagspause bzgl. des Mittagessens aus pädagogischer Perspektive zu untersuchen. Dennoch zeigt die Praxis, dass das Potential der Mittagspause oft noch nicht umfassend ausgeschöpft wird und nicht ausreichend als Raum für informelles Lernen und soziale Interaktion genutzt wird. Um den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden, ist eine Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte erforderlich, um die Mittagspause als wertvollen Bestandteil des Ganztagskonzepts zu gestalten. Im geplanten Projekt soll auf Basis einer vorherigen Erhebung und Beobachtung ein Qualifizierungskonzept entwickelt werden, das Schulen unterstützt, die Mittagspause zu einem gesundheitsfördernden und inklusiven Lern- und Lebensraum auszubauen.
Ziel/-gruppe
Das Projekt zielt darauf ab, ein wissenschaftlich fundiertes, modular aufgebautes und bundesweit adaptierbares Qualifizierungskonzept zu entwickeln, das pädagogische Fach- und Lehrkräfte in Ganztagsschulen der Primarstufe befähigt, das schulische Mittagessen gesundheitsförderlich, achtsam und armutssensibel zu begleiten. Dadurch sollen Essatmosphäre, Teilhabechancen und Wohlbefinden der Kinder nachhaltig gestärkt werden, sodass insbesondere armutsbetroffene Kinder langfristig von gesunder Ernährung und positiven sozialen Erfahrungen profitieren.
Primäre Zielgruppen:
Lehrkräfte der Grundschule und pädagogische Fachkräfte, die während der Mittagspause Verantwortung für Kinder tragen
Sekundäre Zielgruppen:
Schülerinnen und Schüler, insbesondere armutsgefährdete und -betroffene Kinder, die durch die geschulte Begleitung profitieren
Fortbildungsinstitutionen, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wie Schulleitungen, Vernetzungsstellen Schulverpflegung oder pädagogische Landeseinrichtungen
Umsetzung
Erhebungsphase:
- Akquise und Auswahl geeigneter Expertinnen und Experten, darunter auch pädagogisch-didaktische Fachpersonen, die das Projekt mit interdisziplinärer Expertise in allen drei Projektphasen beratend begleiten
- 1. Beratung durch die Expertinnen und Experten zur Konzeption der Erhebung
- Konzeption der empirischen Erhebung (Beobachtungen und Befragungen)
- Akquise von zehn Berliner Grundschulen für die Durchführung der Erhebungen
- Durchführung und Auswertung der Erhebungen
Pilotphase:
- 2. Beratung durch die Expertinnen und Experten zur Auswertung der Erhebungsergebnisse und zur Konzeption der modularen Pilot-Fortbildungen
- Konzeption der modularen Pilot-Fortbildungen
- Akquise einer Agentur; Erstellung von Materialien und Instrumenten zur Durchführung der Pilot-Fortbildungen inkl. digitaler Selbstlernmaterialien
- Durchführung der modularen Pilot-Fortbildungen für Lehrkräfte und pädagogisches Personal mit Selbstlernphase
Implementierungsphase:
- 3. Beratung durch Expertinnen und Experten zum finalen Qualifizierungskonzept
- Finalisierung des modularen Qualifizierungskonzepts inklusive der entwickelten Materialien und Instrumente zum Selbstlernen
- Bundesweite Bereitstellung des Qualifizierungskonzepts zur Anpassung in den Bundesländern sowie Bereitstellung der Materialien und Instrumente zum Selbstlernen
- Durchführung einer bundesweiten Online-Präsentation der Ergebnisse für die bundesweiten Vernetzungsstellen Schulverpflegung sowie andere Institutionen
- Ermittlung konkreter Optionen zur Einbindung und Etablierung des Qualifizierungskonzepts im BLiQ (Berliner Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung an Schulen)
Projektpartner
Pädagogische Hochschule Heidelberg | Abt. Alltagskultur und Gesundheit:

