Die Vernetzungsstelle konnte mit rund 170 Anmeldungen erneut großes Interesse am inzwischen 14. Forum Qualitätsentwicklung im Rahmen des Berliner Beitrags zum bundesweiten Tag der Schulverpflegung verzeichnen. In diesem Jahr stand die Veranstaltung unter dem Motto „Schulverpflegung – eine Chance den Ganztag partizipativ zu gestalten“.
Zu den Teilnehmenden an der digitalen Veranstaltung am 21.11.2024 zählten v.a. Eltern und Vertreterinnen und Vertreter aus Berliner Schulen (Primarstufe), aber auch Mitarbeitende der Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie sowie der bezirklichen Schulämter nahmen teil. Auch der Landeselternausschuss sowie ein Bezirkselternausschuss waren vertreten.
In einer Umfrage zeigte sich, dass etwa 80 % der Teilnehmenden einem Mittagessensausschuss angehört und etwa die Hälfte bereits mehrmals am Forum Qualitätsentwicklung der Vernetzungsstelle teilgenommen hat.
Manuela Sorg, seit 2023 Leiterin und Geschäftsführerin der Vernetzungsstelle, begrüßte die Teilnehmenden und moderierte die Veranstaltung.
Stellvertretend für die Senatsverwaltung Bildung, Jugend und Familie eröffnete Dr. Torsten Kühne, Staatssekretär für Schulbau, Schuldigitalisierung und äußere Schulangelegenheiten mit seinem Grußwort die Veranstaltung.
Anschließend beleuchtete Manuela Sorg gemeinsam mit Sabine Schulz-Greve, Mitbegründerin und ehemalige Leiterin der Vernetzungsstelle sowie aktuell Vorstandsvorsitzende des Vereins, im Gespräch die Frage „Das Berliner Modell der Schulverpflegung – eine Erfolgsgeschichte?!“. Dabei standen die Berliner Besonderheiten (einheitliche Musterausschreibungsunterlagen, Qualität auf Basis des DGE-Qualitätsstandards, Festpreis, kostenbeteiligungsfreies Essen, Qualitätskontrollstelle Schulessen) sowie Änderungen durch die neue Ausschreibung zum 01.08.2024 (geändertes Bestell-/Abrechnungssystem, neue Zuschlagskriterien, Wegfall der Testverkostung) im Vordergrund.
Prof. Dr. Katja Schneider der Pädagogischen Hochschule Heidelberg gab in ihrem folgenden Vortrag "Chancen durch Mitwirkung: Wie mehr Akzeptanz von Schulverpflegung gelingt" einen umfassenden thematischen Überblick. Sie ging zunächst auf die zahlreichen Bildungsgelegenheiten beim Essen und Trinken in der Schule ein, wobei sich Schulmensa und Klassenraum bestens ergänzen können. Anschließend zeigte sie verschiedene Partizipationsansätze sowie den Nutzen partizipativer Mitgestaltung durch Schülerinnen und Schüler auf. Sie schloss ihren Vortrag mit dem Wunsch, dass Schülerinnen und Schüler zukünftig "Wie lecker is' das denn!" über ihr Schulessen sagen.
In Gruppenräumen konnten sich die Teilnehmenden anschließend in kleiner Runde zu den schon genutzten Mitwirkungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler an der eigenen Schule austauschen.
Brigitte Schulz, Projektmitarbeiterin der Vernetzungsstelle, lenkte den Blick in ihrem anschließenden Vortrag v.a. auf die Zuschlagskriterien der neuen Berliner Verträge in der Primarstufe und das dadurch entstehende Potential für die Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern im Rahmen des Schulmittagessens im laufenden Vertrag.
So sieht beispielsweise ein Zuschlagskriterium, das der Essensanbieter bei Abgabe seines Angebotes wählen konnte, die Benennung von vier Wunschessen/Schuljahr durch die Schule vor und ein anderes die Mitgestaltung des Speisenplans. Dabei kann aus einem Angebot von drei Menüs für jeden Verpflegungstag ein individueller Speisenplan mit max. zwei Menüs durch die Schule zusammengestellt werden. Bei diesen Zuschlagskriterien ist die Einbeziehung aller Schülerinnen und Schüler möglich, z.B. durch das Benennen eines Wunschessens pro Klasse. Um daraus dann die vier möglichen Wunschessen zu ermitteln, kann eine Abstimmung durchgeführt werden oder per Los entschieden werden. Auch bei der Mitgestaltung des Speisenplans könnte beispielsweise pro Monat oder jeweils für zwei Wochen eine andere Klasse zuständig sein und der Mittagessensausschuss eine koordinierende Aufgabe als Schnittstelle einnehmen. Durch die Einbeziehung von Schülerinnen und Schülern bei den Wunschessen und dem Speisenplan wird neben einer Akzeptanzsteigerung auch ein Beitrag zur Ernährungs- und Demokratiebildung am Beispiel des eigenen Mittagessens geleistet.
Zusätzlich ist der Essensanbieter über ein weiteres Zuschlagskriterium (sofern es für die jeweilige Schule zutrifft) verpflichtet, pro Schulhalbjahr eine Zufriedenheitsbefragung in den Schulen durchzuführen. Der Essensanbieter hat bezogen auf die Ergebnisse eine Maßnahmenplanung zu erstellen und dem Mittagessensausschuss innerhalb von vier Wochen nach Durchführung der Befragung zu Ergebnissen, geplanten Maßnahmen und deren Umsetzungsbeginn zu berichten. Der Mittagessensausschuss kann z.B. durch Werbung dazu beitragen, dass sich möglichst viele Schülerinnen und Schüler an der Befragung beteiligen oder der Schulgemeinschaft zu den Ergebnissen berichten.
Brigitte Schulz gab abschließend einen Überblick über die Unterstützungsinstrumente der Vernetzungsstelle für Mittagessensausschüsse in diesem sowie im kommenden Jahr. Besonders hervorzuheben ist dabei die „Handreichung Mittagessensausschüsse“, die sich aktuell in der Überarbeitung befindet. Diese liefert umfangreiche Informationen für die Arbeit im Mittagessensausschuss.
Die Vernetzungsstelle bedankt sich bei Staatssekretär Dr. Kühne für die Grußworte, bei den Referentinnen für ihre Beiträge sowie bei den zahlreichen Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch.
Weitere Informationen
Musterausschreibungsunterlagen 2024 (Primarstufe)
