Am 25.06.2025 lud die Vernetzungsstelle Pädagogische Fachkräfte, Verpflegungsverantwortliche und Küchenfachkräfte des Landesprogramms für die gute gesunde Kita (LggK) zum Seminar „Allergenmanagement und Allergenkennzeichnung in der Kita“ in die SenBJF Berlin ein.
Nach der Begrüßung und thematischen Einführung durch Ines Kretschmann von der Vernetzungsstelle startete Referentin Sandra Taylor (Diätassistentin, zertifizierte Diät- und Ernährungsberaterin (VFED) und AGATE Anaphylaxie Trainerin) mit dem umfangreichen Programm. Dies umfasste grundlegende Inhalte zu Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten, die Umsetzung des Allergenmanagements in der Kita sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Ziel des Workshops war es, die gesetzlichen Anforderungen zur Lebensmittelkennzeichnung in Kitas und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten eines Allergenmanagements kennenzulernen sowie geeignete Strategien dafür zu formulieren. Zudem wurden allergologische Grundlagen erläutert, einschließlich der Unterschiede zwischen Unverträglichkeiten und Allergien, deren Ursachen, Symptome und Therapien. Ein Überblick zur Häufigkeit von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien ergänzte die Inhalte.
In Bezug auf die Therapie und Diagnose von Allergien wurde betont, dass das strikte Meiden des Allergieauslösers und das ständige Mitführen eines Notfallsets notwendig sind. Diagnosemethoden wie Hauttests, In-Vitro-Diagnostik und Nahrungsmittelprovokationen wurden kurz erklärt.
Ebenfalls stellte Sandra Taylor die fünf Stufen der Kennzeichnung vor und erläuterte praxisnahe Anwendungen für den Kita-Alltag. Im Verlauf des Seminars bestand für die Teilnehmenden die Möglichkeit, in Kleingruppen praxisrelevante Fragestellungen zu bearbeiten und diese anschließend gemeinsam zu erörtern.
Der rechtliche Rahmen wird durch die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) abgedeckt, die seit 2014 Kennzeichnungspflichten für verpackte und lose Waren festlegt. Im Kita-Allergenmanagement zählen die Benennung von Verantwortlichen, die Erfassung von Zutatenlisten und Rezepturen sowie die Festlegung der Kennzeichnung zu den zentralen Anforderungen. Die Anwendung der Allergenkennzeichnung wurde an praxisnahen Beispielen veranschaulicht, der Umgang mit unbeabsichtigten Allergeneinträgen thematisiert und die Notwendigkeit einer erhöhten Aufmerksamkeit bei bestimmten Produkten betont.
Der abschließende Austausch und die Diskussion zu praxisrelevanten Fragen zeigte auf, dass zum Teil Handlungsbedarf im Kitaalltag besteht und der Dialog zwischen allen Akteuren im Bereich Verpflegung unabdingbar ist.
Die Vernetzungsstelle bedankte sich für das Interesse und steht als Ansprechpartner für alle Themen gesundheitsfördernder, nachhaltiger Kitaverpflegung und zeitgemäßer Ernährungsbildung zur Verfügung. Ziel bleibt, Gesundheitsförderung, Nachhaltigkeit und Sicherheit miteinander zu verbinden – transparent kommuniziert und fachlich fundiert umgesetzt.
Weitere Informationen:
Fit Kid: Praktische Tipps zum Allergenmanagement
BLE: Formular zum Umgang mit Nahrungsmittel-Allergien und -Unverträglichkeiten in der Kita
