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Kita-Träger-Werkstatt 2024 Qualitätsentwicklung Kitaverpflegung

Leistungsbeschreibung für das Mittagessen sowie Kriterien für Frühstück und Zwischenmahlzeiten

Am 24. September 2024 lud die Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Träger, Kita-Leitungen sowie Fachberatungen aus dem Berliner Landesprogramm „Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“ zu einer digitalen Werkstatt ein. Im Fokus der Veranstaltung stand die „Qualitätsentwicklung einer gesundheitsfördernden und nachhaltigen Kitaverpflegung“ mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Leistungsbeschreibung für das Mittagessen sowie die Kriterien für Frühstück und Zwischen-mahlzeiten.

Kinder lernen durch Erfahrungen. Das gemeinsame Essen in der Kita bietet daher ideale Voraussetzungen, um ein lebenslanges, gesundes Essverhalten zu fördern.

Dabei tragen viele Akteure zum Gelingen einer guten Verpflegung bei. Kitaträger übernehmen hier eine zentrale Funktion, indem sie den Qualitätsrahmen für die Kitas und Verpflegungsdienstleister festlegen. Gleichzeitig müssen sie auf die individuellen Rahmenbedingungen und Anforderungen der einzelnen Einrichtungen eingehen.

Die Herausforderungen bei der Organisation und Beschaffung qualitativ hochwertiger Kita-verpflegung sind vielfältig. Das Ziel, die Verpflegung gesundheitsfördernd, nachhaltig und nach den Kriterien des DGE-Qualitätsstandards zu gestalten, ist oft nicht leicht zu erreichen. Verfügt eine Einrichtung nicht über eine eigene Küche, ist es entscheidend, klare Vorstellungen und interne Qualitätsanforderungen für die vom Caterer gelieferte Verpflegung festzulegen. Dafür wird eine präzise Leistungsbeschreibung benötigt, die idealerweise auf dem DGE-Qualitätsstandard basiert. Doch wie sollte eine solche Beschreibung aussehen, und was gilt es bei der Erstellung zu beachten?

Da in den meisten Kitas neben dem Mittagessen auch Frühstück und Zwischenmahlzeiten angeboten werden, stellt sich darüber hinaus die Frage nach aktuellen Qualitätsstandards und ernährungswissenschaftlichen Kriterien für diese Mahlzeiten, um eine hohe Verpflegungsqualität umfassend sicherzustellen. Ziel der Werkstatt war es, genannte Fragen näher zu beleuchten, praktische Hilfestellungen zu bieten und sich auszutauschen.

Als Expertin auf diesem Gebiet konnte Sonja Fahmy von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Referentin gewonnen werden. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Die Leistungsbeschreibung (Mittagessen) auf Basis des DGE-Qualitätsstandards – Grundlage für die Qualitätsentwicklung“ bot sie den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in die verschiedenen Phasen des Beschaffungsprozesses. Sie erläuterte die zentrale Rolle der Leistungsbeschreibung als Instrument zur Qualitätsentwicklung: Diese bildet die Grundlage für Verträge und deren Einhaltung und ist damit das wichtigste Dokument im Vergabeverfahren. Zudem dient die Leistungsbeschreibung als konkrete Kalkulationsbasis für die Bieter und muss auf die träger- und einrichtungsspezifischen Anforderungen abgestimmt werden.

Im weiteren Verlauf stellte Sonja Fahmy die erforderlichen Vorbereitungsschritte vor und thematisierte den Umgang mit Gütesiegeln und Zertifizierungen sowie die zentralen Anforderungen, die an eine Leistungsbeschreibung gestellt werden. Anschließend erhielten die Teilnehmenden einen umfassenden Überblick darüber, wie die Kriterien des DGE-Qualitätsstandards als konkrete Hilfestellung entlang der gesamten Prozesskette – von der Planung über den Einkauf, die Zubereitung und Ausgabe bis hin zur Entsorgung und Reinigung – genutzt werden können. Sie hob hervor, dass alle relevanten Kriterien explizit in der Leistungsbeschreibung aufgeführt werden müssen, da ein pauschaler Verweis auf den DGE-Qualitätsstandard nicht ausreichend ist.

Abschließend wurde die Frage erörtert, wie die Einhaltung der Qualitätsmerkmale überprüft werden kann.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellte Ines Kretschmann von der Vernetzungsstelle Kitaverpflegung Berlin die aktuellen "Empfehlungen und Qualitätskriterien für Frühstück und Zwischenmahlzeiten auf der Grundlage des DGE-Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas" vor.

Sie hob hervor, wie wichtig eine gesundheitsförderliche und ausgewogene Ernährung in der Ganztagsbetreuung von Kindern ist. Neben dem Mittagessen, das einen festen Platz im Kita-Alltag hat, sind das Frühstück und die Zwischenmahlzeiten entscheidende Elemente. Frau Kretschmann machte deutlich, dass eine entsprechende Gestaltung dieser Mahlzeiten einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leistet. Zwischenmahlzeiten sind mehr als nur gesunde Snacks. Sie haben auch ein großes pädagogisches Potenzial. Die Verknüpfung mit Ernährungsbildungsmaßnahmen und die gemeinsame Zubereitung kleiner Gerichte sind wichtige Maßnahmen, um die Entwicklung der Kinder zu unterstützen und weitere Kompetenzen zu fördern. Die Kinder sollen lernen, bewusst und nachhaltig zu essen. Dazu müssen sie über Lebensmittel sprechen und sie mit allen Sinnen erleben. Diese Maßnahmen schaffen nicht nur eine gesundheitsförderliche Umgebung, sondern fördern auch eine positive Einstellung zum Essen und zur eigenen Gesundheit.

Die Organisation und Gestaltung von Frühstück und Zwischenverpflegung in der Ganztags-betreuung ist von Einrichtung zu Einrichtung unterschiedlich. In einigen Kitas werden die Mahlzeiten zentral organisiert und geliefert, in anderen bringen die Kinder ihre Verpflegung von zu Hause mit oder die Kita stellt sie bereit. Um Flexibilität für verschiedene Kita-Strukturen zu gewährleisten, wurden das 1. und 2. Frühstück sowie die Zwischenverpflegung in den Empfehlungen der DGE zusammengefasst. Die empfohlenen wöchentlichen Lebensmittelhäufigkeiten (fünf Verpflegungstage) gelten für alle drei Mahlzeiten (Frühstück, Zwischenverpflegung, Vesper) zusammen. Es wurden klare Anforderungen an das Lebensmittelangebot festgelegt, um eine optimale Auswahl und Häufigkeiten sicherzustellen. Frau Kretschmann erklärte detailliert, welche Lebensmittel in welcher Menge optimal sind.

Abschließend wurden praktische Beispiele für einen Wochenspeiseplan erörtert.

Zusammenfassend konnte festgestellt werden, dass vielen Teilnehmern das Potenzial des DGE-Qualitätsstandards als Instrument zur Qualitätssicherung und -entwicklung deutlich geworden ist und für die Umsetzung von Anforderungen in die Praxis eine hilfreiche und wertvolle Unterstützung sein kann.

Die Vernetzungsstelle bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden und der Gast-Referentin für die informative Veranstaltung sowie den angeregten Austausch.

Weitere Informationen:

Präsentation: "Empfehlungen und Qualitätskriterien für Frühstück und Zwischenmahlzeiten" (PDF 1,3 MB) - Ines Kretschmann, Vernetzungstelle Kitaverpflegung Berlin

Präsentation "Die Leistungsbeschreibung auf Basis des DGE-Qualitätsstandards – Grundlage für die Qualitätsentwicklung" (PDF 1,7 MB) - Sonja Fahmy, Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)

Frühstück in der Kita (DGE), (PDF 1,21 MB)

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