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Fortbildungen zum Speisenplan-Check am 07.06.2016

Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Fortbildung zur Qualitätssicherung des Berliner Schulmittagessens: „Speisenplan-Check“ am 7. Juni 2016 zwei Mal angeboten. Die rund 20 teilnehmenden Erzieher/innen und Lehrkräfte je Veranstaltung lernten den Speisenplan-Check als ein Instrument zur Qualitätssicherung und Ernährungsbildung kennen und erprobten seine Anwendung jeweils am Speiseplan der eigenen Schule. Im theoretischen Teil der Veranstaltung wurde über die schulinterne Qualitätssicherung des Berliner Schulmittagessens, insbesondere für die Arbeit der Mittagessensausschüsse, informiert.

Eingangs stellte Sandra Tobehn, Ökotrophologin und Mitarbeiterin der Vernetzungsstelle, den Teilnehmenden einige Fragen zum Mittagessen an den Schulen, um einen Überblick über den Teilnehmerkreis zu erhalten. Vertreten waren viele ErzieherInnen und einige Lehrkräfte, die an meist offenen Ganztagsgrundschulen tätig sind. Nahezu alle haben einen aktiven Mittagessensausschuss, in dem sich auch Eltern sowie Schülerinnen und Schüler beteiligen.

Neben Informationen zur Neuordnung des Schulmittagessens in den Berliner Grundschulen, die bereits seit Februar 2014 umgesetzt wird, wurden auch die wichtigsten Punkte des DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung erläutert. Hier wurde unter anderem großes Augenmerk auf die Häufigkeit von Lebensmitteln und die Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen im Speiseplan gelegt. Sandra Tobehn betonte hierbei, dass Kindern, die eine Unverträglichkeit oder Nahrungsmittelallergie haben, so viel Normalität wie möglich geboten werden sollte. Einige Teilnehmenden bedauerten, dass für diese Kinder oft unbegründet das „Extra-Essen“ bestellt werde, da den Eltern der Aufwand zu groß sei, den regulären Speisenplan auf Allergene oder bestimmte Inhaltsstoffe hin zu kontrollieren.

Die teilnehmenden ErzieherInnen und Lehrkräfte haben dann die Anwendung des Speisenplan-Checks mit fachlicher Unterstützung erprobt. Alle hatten dazu den aktuellen Speiseplan Ihrer Schule dabei. Die Teilnehmenden stellten fest, dass die meisten Speisepläne im Großen und Ganzen quantitativ den vertraglich festgelegten Kriterien entsprechen, doch die Bewertung der Qualität der Speisen durch diesen Check relativ schwierig ist.

Auch das Thema „Vollkorn“ brachte rege Diskussion. Einige ErzieherInnen berichteten von sehr geringer Akzeptanz einiger Speisenkomponenten, z.B. von Vollkornnudeln und wünschten sich mehr Unterstützung von Eltern und mehr Ernährungsbildung im Unterricht. Andere Schulen wiederum haben auf die Ablehnung von Vollkornprodukten über eine Umstellung der Angebotsform reagiert und damit positive Erfahrungen gemacht. Nicht nur Vollkornprodukte, sondern auch bereits geschnittenes, gemischtes Obst wird in der Buffetform gut angenommen. Negativ angemerkt wurde von einigen Teilnehmenden unter anderem, dass die Portionsgrößen an ihren Schulen nicht variierbar seien und somit sehr viel Abfall entstünde. Andere Schulen haben dieses Problem über das „Schüsselsystem“ gelöst, bei dem Schülerinnen und Schüler Tischdienste übernehmen und sich selbst bedienen können. Auch gäbe es zum Teil zu wenig Abwechslung in der Würzung oder zu wenig Fisch auf dem Speiseplan. Sandra Tobehn wies darauf hin, dass diese Kritik im Gespräch mit dem Essensanbieter geklärt werden sollte. Über diesen Weg können in der Regel viele Fragen zu eingesetzten Lebensmittel und der Zubereitung beantwortet werden.

Die Teilnehmenden schätzen insbesondere den Austausch mit anderen Schulen in der Fortbildung und wünschen sich hierzu noch mehr Zeit. Weitere Informationen zur Qualitätssicherung des Berliner Schulmittagessens finden Sie hier.

Weitere Berichte

  • Handreichung zur Qualitätssicherung und –kontrolle des schulischen Mittagessens in Berlin

    Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft veröffentlichte im März ein Arbeitsmaterial, um die Arbeit der schulischen Mittagessensausschüsse zu unterstützen.