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Zweite Kita-Träger-Werkstatt „Essen und Trinken in der guten gesunden Kita“ am 12.11.2013

Trägervertreter/-innen von Kitas des „Berliner Landesprogramms Kitas bewegen – für die gute gesunde Kita“ waren zu der zweiten Veranstaltung der Werkstatt-Runde mit dem Thema „Hygieneanforderungen bei praktischen Einheiten zur Ernährungsbildung“ eingeladen.

Steffi Markhoff, Koordinatorin des Berliner Landesprogramms, begrüßte die Teilnehmenden bevor Sabine Schulz-Greve, Leiterin der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin, mit dem thematischen Einstieg begann. Das Thema „Hygiene“ hatten sich die Teilnehmenden bei der Auftaktveranstaltung Anfang Juni 2013 aufgrund mangelnder Handlungssicherheit bei der Verarbeitung von Lebensmitteln mit Kindern gewünscht. Um das Wunschthema gut bearbeiten zu können, war Jens Luther, Ökotrophologe und Mitarbeiter der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Sachsen, als Referent eingeladen. Er beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Hygiene in Kitas und dem „Graubereich“ der Hygieneregeln bei der praktischen Ernährungsbildung. Im Gegensatz zur Hygiene in der Großküche gibt es keine festen Richtlinien für diesen wichtigen Bereich. Wenn Erzieher/-innen nun aber mit den Kindern backen und kochen oder einfach einen Obstsalat oder eine Quarkspeise für die eigene Gruppe zubereiten möchten, müssen sie selbst entscheiden, welches Risiko sie auf sich nehmen möchten. Die Werkstatt-Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass im Sinne ganzheitlicher Ernährungsbildung auf das praktische Arbeiten, also auf den Umgang mit Lebensmitteln in der Kita, nicht verzichtet werden sollte.

Um etwas Klarheit zu schaffen, präsentierte Jens Luther nach dem Einstieg eine in Anlehnung an das HACCP-Konzept geeignete Vorgehensweise für Erzieher/-innen und alle an der Ernährungsbildung beteiligten. Hierbei geht es darum, mögliche Gefahren, die von Lebensmitteln ausgehen können, vor der Entstehung, z.B. durch eine ausreichende Kühlung und den korrekten Umgang mit den jeweiligen Zutaten, zu vermeiden. Zu einem hygienisch einwandfreien Umgang mit Lebensmitteln zählen natürlich auch die Personalhygiene sowie die Sauberkeit der Geräte, Lager- und Arbeitsflächen. Wenn alle Aspekte eingehalten werden, sinkt das Gesundheitsrisiko.

Am jahreszeitlich aktuellen Beispiel der Weihnachtsbäckerei sollten die Teilnehmenden anschließend in Gruppenarbeit Risiken und Maßnahmen zu den Bereichen Organisation, Einkauf, Lagerung, Speisenproduktion, Reinigung und Entsorgung aufzeigen. Dabei spielte die Frage nach dem hygienisch einwandfreien Umgang mit Eiern eine große Rolle. Welche Gefahren könnten während der Lagerung oder der Produktion auftreten und wie können diese bereits im Vorhinein verhindert werden? Oft genannte Risiken waren beispielsweise die Verunreinigung der Lebensmittel durch nicht ausreichend gereinigte Arbeitsflächen oder Gerätschaften. Auch auf die richtigen Transportbehälter und anschließenden Lagermöglichkeiten muss sehr geachtet werden.

Durch das bewusste Vermeiden von Gefahren können die möglichen Risiken stark verringert werden. Wenn alle Akteure in der Kita gut zusammenarbeiten und die Back- und Kocheinheiten mit den Kindern gut geplant werden, sollte es trotz der „Grauzone“ nicht zu Komplikationen kommen. Ein Tipp des Referenten lautete, dass sich die Erzieher/-innen und die Kita-Leitung Hilfestellungen bei der zuständigen Lebensmittelüberwachung holen sollten. Wenn entsprechende Absprachen und Hinweise beachtet werden, steht der praktischen Ernährungsbildung nichts mehr im Weg und die Kita-Kinder können erste Erfahrungen gewinnen und Spaß im Umgang mit Lebensmitteln erleben.
Die Ernährungsbildung in der Kita bezieht automatisch die Eltern mit ein. Für Kita-Feste oder Geburtstage, an denen Kuchen oder Quarkspeisen mitgebracht werden, müssen klare Absprachen und Vereinbarungen getroffen werden. Außerdem sollte die Kita die Eltern über alle Risiken informieren. Bei von zu Hause mitgebrachten Speisen muss u.a. die Kühlkette eingehalten werden! Hierzu kann ein Elternbrief sehr hilfreich sein.

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