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Tagung "Berliner Schulessen IN FORM?" am 26.09.2013

Berlin bleibt Vorreiter! Vertreter/-innen aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Schule zogen eine erfolgreiche Zwischenbilanz nach 10 Jahren Qualitätsentwicklung in der Schulverpflegung und diskutierten auf Einladung der Vernetzungsstelle über künftige Aufgaben und Herausforderungen.

Sabine Schulz-Greve und Michael Jäger, die Projektleiter der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin, eröffneten die Tagung im vollbesetzten BVV-Saal des Rathauses Mitte.

Sie dankten Bildungssenatorin Sandra Scheeres für die erneute Übernahme der Schirmherrschaft der „Berliner Tage der Schulverpflegung“ und betonten die Vorbildundfunktion, die Bund, Land und Bezirke im Rahmen des Nationalen Aktionsplans IN FORM in Berlin hinsichtlich der Förderung einer guten Schulverpflegung in den letzten Jahren wahrgenommen haben.



In Vertretung der Senatorin begrüßte Mark Rackles, Staatssekretär für Bildung, die Anwesenden, insbesondere Eric Jürgensen vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Dr. Michaela Filipini von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie als Vertreter der bundesweiten Netzwerkpartner der Vernetzungsstelle Dr. Margareta Bünig-Fesel vom aid infodienst und Holger Pfefferle von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. Er würdigte die konstruktive Zusammenarbeit von Schulträgern, Senatsverwaltungen, Schulen und Elternvertretungen, die in den letzten Monaten das Berliner „Gesetz zur Qualitätsverbesserung der Schulverpflegung“ möglich gemacht und zur Erarbeitung der ersten landesweit einheitlichen Musterausschreibung für die Vergabe der Schulverpflegung in Berlin entscheidend beigetragen hatte. Nun sei es die Verantwortung aller an Schule Beteiligten, die neuen Instrumente zur Mitsprache aktiv einzusetzen und zur weiteren Qualitätsentwicklung beizutragen.

Zu einem Rückblick auf die letzten zehn Jahre Qualitätsentwicklung luden Elisabeth Müller-Heck, wissenschaftliche Beirätin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin e.V., und Werner Mall, AOK Nordost - Die Gesundheitskasse, als Vertreter der Kooperationspartner der Vernetzungsstelle, alle Teilnehmenden ein. Mit berechtigtem Stolz auf das gemeinsam Erreichte im Kita- und Grundschulbereich wiesen die Redner aber ebenso deutlich auf die anstehenden Herausforderungen der nächsten Jahre hin: die Qualitätssicherung sowie die Akzeptanzsteigerung des Schulessens an weiterführenden Schulen.


Daran knüpfte der fachwissenschaftliche Impulsvortrag von Prof. Dr. Barbara Methfessel (PH Heidelberg) an. Unter dem Titel „Geschmacksbildung als Instrument der Qualitätssicherung?“ wies sie darauf hin, dass Geschmack nicht angeboren ist, sondern in den ersten Lebensjahren durch das den Kindern unterbreitete Angebot erlernt wird, denn „Geschmack ist Gewohnheit und Erfahrung“. Sie appellierte an Lehrer/-innen und Erzieher/-innen Verantwortung in ihrem Bereich, der Schule, zu übernehmen und das Schulessen und weitere Angebote an den Schulen entsprechend abwechslungsreich und ausgewogen (mit) zu gestalten. Schulinterne Qualitätssicherung ist demnach eine Kommunikationsaufgabe, die Professionalität und pädagogische Begleitkonzepte verlangt.

Anschließend stand die Referentin Praktikern/-innen der schulinternen Qualitätssicherung Rede und Antwort: als Podiumsgäste waren Vertreter/-innen bereits bestehender Essensausschüsse geladen. Zwei Schüler/-innen der Hannah-Höch-Grundschule, Reinickendorf und ihr Schulleiter Michael Tlustek, Cornelia Partmann von der AG Essen des Landeselternausschusses und Martina Seelig, leitende Erzieherin der Wedding-Schule, Mitte legten ihre langjährigen Erfahrungen dar und benannten Erfolgsfaktoren, aber auch Hindernisse, die bei der Arbeit von Essensausschüssen vorkommen.


In der einstündigen Pause bestand die Möglichkeit mit Kooperationspartnern der Vernetzungsstelle ins Gespräch zu kommen und „Ernährungs- und Verbraucherbildung live“ zu erleben: die Schülerfirma „Cafeteria“ der Hedwig-Dohm-Oberschule, Berlin Moabit servierte saisonal-regionale Snacks – natürlich bio! Ob Vollkornbrotdreiecke mit Rote-Linsen-Aufstrich, Gemüsequiche oder saftiger Apfel- und Pflaumenkuchen – das „Flying Buffet“ kam bei den Gästen äußerst gut an.

Wie die Akzeptanzsteigerung des Verpflegungsangebotes an weiterführenden Schulen erreicht werden kann, vermittelte Prof. Ulrike Arens-Azevedo (HAW Hamburg) in ihrem Impulsvortrag. Sie machte deutlich, dass eine Vielzahl von Faktoren bedeutenden Einfluss auf die Entscheidung der Schüler/-innen zur Teilnahme am Mensaessen hat. Dazu zählen z.B. die räumliche Gestaltung, aber auch schon die Lage der Mensa auf dem Schulgelände bzw. im Gebäude. Auch die Sauberkeit ist etwas, worauf Schüler/-innen achten. Frau Prof. Arens-Azevedo ging auf das Studentenwerk als gutes Vorbild für eine Schulmensa an weiterführenden Schulen ein. In den Mensen der Studentenwerke haben die Tischgäste beim Essen Wahlmöglichkeiten, was dem Wunsch der Schüler/-innen dieser Altersgruppe ebenfalls entsprechen würde. Sicher ist, dass die Entwicklung zu hoher Akzeptanz noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird. Bis dahin muss das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen. Sie schloss mit der Vision, dass künftig das Image und die Qualität des Schulessens als Auswahlkriterium und Qualitätsmerkmal des Ganztagsangebotes von Schulen von Eltern und Jugendlichen wahrgenommen werden.

Mit dem Appell „Gründet Essensausschüsse und bestimmt mit!“ verabschiedeten sich die Gastgeber von den Tagungsteilnehmenden und beendeten die Veranstaltung mit dem Dank an den Bezirk Mitte für die Bereitstellung der Räumlichkeiten, dem Märkischen Landbrot für ihren Beitrag zum Catering und vor allem der AOK Nordost für den Workshop "Pausenverpflegung - regional, saisonal und bio!", mit dem die Schülerfirma der Hedwig-Dohm-Oberschule im Vorfeld der Tagung fortgebildet wurde.

Weitere Impressionen zur Tagung sehen Sie hier.

Dies sind die Rezepte zum Flying-Buffet.

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