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Beteiligung schmackhaft machen - Partizipative Ansätze in der Gemeinschaftsverpflegung

Forumbeitrag für die 16. Landesgesundheits-konferenz „Wachsende Stadt – Gesunde Stadt:  Kindergesundheit bewegt Berlin“

Am 20.November 2019 fand die 16. Landesgesundheitskonferenz zum Thema „Wachsende Stadt – Gesunde Stadt: Kindergesundheit bewegt Berlin“ in der Urania statt.

Die Landesgesundheitskonferenz bietet jährlich einen Raum für verschiedene Gesundheitsthemen in der Stadt. Der Fokus der diesjährigen Veranstaltung lag auf dem Thema „Kindergesundheit“.

Die Fachvorträge: „Strategien für ein gesundes Aufwachsen für alle Kinder in Berlin“ und „Gesund. Gerecht. Gehört: Was brauchen Kinder und ihre Familien in einer wachsenden Stadt?“ bildeten den Auftakt der Konferenz.

Die beiden kommentierende Beiträge: „Gesundheit findet vor Ort statt – soziallagenbezogene Gesundheitsförderung durch Quartiersarbeit“ und „Probleme und Lösungen für ein gesundes Aufwachsen in der wachsenden Stadt Berlin“ standen zu den Fachvorträgen in Verbindung.

Die Vernetzungsstelle war eingeladen, sich am Forum 1 zum Thema „Beteiligung von Kindern als must have – aber wie gelingt das?“ zu beteiligen. Sabine Schulz-Greve, Leitung Vernetzungsstelle, und Christiane Pöschk, wiss. Mitarbeiterin, referierten in ihrem Impulsvortrag „Beteiligung schmackhaft machen“ über Möglichkeiten partizipativer Ansätze in der Gemeinschaftsverpflegung.

Fragestellungen waren „Welche Bedeutung haben Beteiligungsmöglichkeiten auf die Nutzung, Umsetzung und Qualität von Gemeinschaftsverpflegung in den Settings Schule und Kita?“ und „Wie kann Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gelingen?“

Das Thema Partizipation wurde von der Vernetzungsstelle bereits 2008 im Projekt „Klasse Essen“, gefördert von der AOK Berlin, in Kooperation u.a. mit dem Deutschen Kinderhilfswerk e.V. aufgegriffen und ist auch fester Bestandteil des DGE-Qualitätsstandards für die Schulverpflegung und des Berliner Schulgesetzes, das die Mitbestimmung bei Vergabe und Qualitätsentwicklung der Schulverpflegung (z.B. in Form von Mittagessenausschüssen) vorsieht.

Sabine Schulz-Greve erläuterte die Chance, die Schulverpflegung als Ausgangspunkt für fächerübergreifende Ernährungsbildung zu gestalten und zu nutzen und nannte Beispiele für die Beteiligung der Schüler*innen: u.a. an der Speiseplanerstellung, der sensorischen Bewertung und dem Feedback an die Küche/den Anbieter und sowie Möglichkeiten, und der Gestaltung der gemeinsamen Mahlzeiten.

Im Bereich Kita verwies sie auf den DGE-Qualitätsstandard für Kindertageseinrichtungen, das Berliner Bildungsprogramm, die QVTAG und den Leitfaden „Essen und Trinken in der guten gesunden Kita“, der im Rahmen des Landesprogramms „Kitas bewegen- für die gute gesunde Kita“ zum Einsatz kommt. In allen genannten Medien werden Möglichkeiten beschrieben, wie Partizipation im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung auch im vorschulischen Bereich stattfinden kann.

Einen kleinen Exkurs zum Thema „Partizipation der unter Dreijährigen“ unternahm Christiane Pöschk, in dem sie erläuterte, dass es auch im Krippenbereich diverse Modelle gibt, Kinder rund um die Verpflegungssituation in Kitas zu beteiligen. So können z.B. über sogenannte „Ankerlebensmittel“ (bekannte  Lebensmittel aus dem familiären Esskultur) oder der positiven Unterstützung des Autonomiebedürfnisses bei der Nahrungsaufnahme und durch die Auswahl des Esszubehörs (Lätzchen, Löffel, Schale) Möglichkeiten geschaffen werden, auch sehr kleine Kinder selbständig agieren und mitbestimmen zu lassen..

Zur gesamten Thematik gab es viel Zuspruch und konstruktiven Austausch. Insbesondere das Thema „Stärkung der Themen „Ernährung/Ernährungsbildung“ in der Aus- und Weiterbildung von Erziehern*innen und Lehrkräften fand einen breiten Konsens und unterstütze den aktuellen Ansatz der Vernetzungsstelle, den begonnen fachlichen Austausch zwischen den staatlichen Fachschulen für die Erzieher*innen Ausbildung im Land Berlin und Vertretungen der Kita-Praxis fortzusetzen und in 2020 zu intensivieren (Fachtag).

Eine Forderung, die auch im Abschlussgespräch der Konferenz vom Plenum unterstützt wurde.

Weitere Informationen:

Impulsvortrag „Beteiligung schmackhaft machen“ (PDF 2,2 MB)

 

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