Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Berlin

Kita

Gibt es Empfehlungen zur Verpflegung in Kitas?

Gibt es Empfehlungen zur Verpflegung in Kitas?

Der Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. ist eine bundesweit einheitliche Empfehlung. Der Standard auf aktuellen ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen und gibt Verantwortlichen einen Orientierungsrahmen für die Planung und Umsetzung eines vollwertigen und gesundheitsfördernden Speisenangebots.
Neben den ernährungsphysiologischen Anforderungen spielen organisatorische Rahmenbedingungen und die Ernährungsbildung in Kitas eine wichtige Rolle im Standard.

Welche Beratungs- und Fortbildungsangebote zur Kita-Verpflegung und Ernährungsbildung in der Kita gibt es?

Welche Beratungs- und Fortbildungsangebote zur Kita-Verpflegung und Ernährungsbildung in der Kita gibt es?

Die Vernetzungsstelle bietet regelmäßig Fortbildungen in Kooperation mit Partnern an. Bitte erfragen Sie aktuelle Veranstaltungstermine bei uns. Die gemeinsame Teilnahme von pädagogischen und Küchenfachkräften an Fortbildungen zur Kita-Verpflegung und zur Ernährungsbildung fördert den Austausch im Team und hat sich in der Vergangenheit bewährt.

Wie viel kostet ein Mittagessen und wie sieht die Kostenbeteiligung der Eltern aus?

Wie viel kostet ein Mittagessen und wie sieht die Kostenbeteiligung der Eltern aus?

Das Mittagessen gehört zu den Leistungsverpflichtungen der Träger der Kindertageseinrichtungen in Berlin und wird entsprechend durch das Land Berlin, Eigenmittel der Träger und Elternbeiträge nach dem Tagesbetreuungskostenbeteiligungsgesetz (TKBG) finanziert.

Eltern, die eine öffentlich finanzierte Kindertagesbetreuung mit Mittagessen für ihr Kind in Anspruch nehmen, zahlen für das Mittagessen monatlich 23 €. Der Kitagutschein weist den individuellen Kostenbeitrag für die Betreuung aus und enthält den für alle Kinder verpflichtenden Mittagessenanteil (Ausnahme: Halbtagsbetreuung ohne Mittagessen).
Die Beitragsfreiheit für den Kitabesuch in den letzten drei Jahren vor Beginn der regelmäßigen Schulpflicht bezieht das Mittagessen nicht mit ein.

Die (Voll-)Kosten für ein Mittagessen in der Kita sind in Berlin sehr unterschiedlich. Einige Gründe für unterschiedliche Preise sind z.B. verschiedene Qualitätskriterien der jeweiligen Einrichtungen wie z.B. der Anteil von Bioprodukten. Zudem kommt es auf die Anzahl der Portionen an, die gekocht werden und ob die Einrichtung das Mittagessen selber kocht bzw. sich von einem Caterer beliefern lässt.

Zusätzliche Zahlungen können von den Kitas nur dann gefordert werden, wenn besondere, über die Verpflichtung hinausgehende Leistungen erbracht werden (z. B. Vesper, Frühstück).

Kinder aus Familien mit geringem Einkommen haben seit Inkrafttreten des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) einen Anspruch auf Leistungen für das gemeinsame Mittagessen in Kitas und Schulen. Die Eltern bezahlen demnach für das Mittagessen in Kitas einen monatlichen Pauschalbetrag von 20,00 €.

Wie sind die Vorgaben, wenn eine kleine Kita-Gruppe Speisen selbst zubereitet und lediglich für den Eigenverzehr produziert?

Wie sind die Vorgaben, wenn eine kleine Kita-Gruppe Speisen selbst zubereitet und lediglich für den Eigenverzehr produziert?

Werden Speisen ausschließlich für den Eigenverzehr hergestellt und nicht an Dritte abgegeben, fällt dies nicht unter die gesetzlichen Bestimmungen. Dies entbindet jedoch nicht von der Pflicht, die Kinder in den hygienischen Umgang mit Lebensmitteln einzuweisen. Zudem müssen alle Speisen gesundheitlich unbedenklich sein.
Werden Speisen aber an Dritte abgegeben, gilt die Lebensmittelhygiene-Verordnung, LMHV, die als Artikel 1 in der nationalen Verordnung zur Durchführung von Vorschriften des gemeinschaftlichen Lebensmittelhygienerechts zu finden ist. Außerdem ist die Einhaltung des Infektionsschutzgesetztes (IfSG) und die Umsetzung eines betriebseigenen Kontrollsystems nach HACCP-Grundsätzen dann Pflicht.

Was ist bei von Hause mitgebrachten Speisen zu beachten, z.B. für Kita-Feste, Kindergeburtstag und ähnlich Anlässe?

Was ist bei von Hause mitgebrachten Speisen zu beachten, z.B. für Kita-Feste, Kindergeburtstag und ähnlich Anlässe?

Generell ist es möglich, dass Kinder bzw. Eltern Speisen für solche Anlässe zu Hause vorbereiten und in die Kita mitbringen. Die Kita sollte allerdings alle Beteiligten über die Risiken aufklären, die mit der Herstellung, dem Transport und der Ausgabe von Speisen verbunden sein können. Hier finden Sie eine Vorlage für einen Elternbrief, der die Hygieneanforderungen, die bei Kita-Festen berücksichtigt werden müssen, zusammenfasst. Eine Kennzeichnungspflicht für Allergene gibt es bei gelegentlich mitgebrachten Speisen nicht. Eine freiwillige Angabe ist natürlich wünschenswert, um Betroffenen die Teilnahme am Essen zu ermöglichen. Hilfreich kann eine Checkliste für mitgebrachte Speisen sein.


 

Inwiefern gelten die neuen EU-weit einheilichen Regelungen zur Allergenkennzeichnung (in Kraft getreten am 13.12.2014) für Kitas und Kinderläden?

Inwiefern gelten die neuen EU-weit einheilichen Regelungen zur Allergenkennzeichnung (in Kraft getreten am 13.12.2014) für Kitas und Kinderläden?

Die neuen Regelungen zur Allergenkennzeichnung gelten für alle Lebensmittelunternehmen. Kitas und Kinderläden, die regelmäßig Speisen an Kinder abgeben, sind Lebensmittelunternehmen. Neu ist, dass auch bei unverpackter Ware, also beispielsweise beim Mittagessen in der Kita, eine Information über Allergene verpflichtend ist. Demnach müssen die 14 wichtigsten Stoffe oder Erzeugnisse, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen können z.B. Nüsse oder Soja, ausgewiesen werden. Die Information kann schriftlich, elektronisch oder mündlich erfolgen. Im Falle der mündlichen Information muss eine schriftliche Dokumentation, z.B. mittels eines Ordners, auf Nachfrage von Eltern oder der zuständigen Überwachungsbehörde leicht zugänglich sein. Eine rein mündliche Auskunft ist ohne eine schriftliche Dokumentation nicht zulässig und birgt ein hohes Risiko für Fehlinformationen. Eine Information in schriftlicher Form ist zu empfehlen, da dies den Betroffenen und auch dem Küchenpersonal eine gewisse Sicherheit bietet. Vor Ort sollte an gut sichtbarer Stelle ein deutlicher Hinweis erfolgen, wo und wie Eltern die Allergeninformation erhalten können. Zur Absicherung einer akzeptierten Umsetzung der neuen Vorgaben ist Kitas anzuraten, mit dem zuständigen Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt in Kontakt zu treten. Allergen-Dokumentationen sollten regelmäßig (1-2 mal jährlich) aktualisiert werden bzw. bei Umstellung auf neue Produkte.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Was ist bei Kindern mit Allergien zu beachten?

Was ist bei Kindern mit Allergien zu beachten?

Bei einer Lebensmittelallergie oder –unverträglichkeit reagiert der Körper überempfindlich auf bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelinhaltsstoffe. Leiden Kinder nachweislich an einer Allergie, so ist es wichtig, dass die Eltern mit der Kindertagesstätte eng zusammenarbeiten. Denn die Behandlung einer Lebensmittelallergie liegt in der konsequenten Vermeidung der Substanz, die die Allergie auslöst. Die Küche oder der Essensanbieter muss unbedingt wissen, welche Lebensmittel oder Inhaltsstoffe vermieden werden müssen. Der Kita sowie der Küche bzw. dem Speisenanbieter muss eine ärztliche Bescheinigung vorliegen. In dieser sollte leicht verständlich dargelegt werden, an welcher Allergie/Unverträglichkeit das Kind leidet und auf welche Nahrungsmittel verzichtet werden muss. Einheitliche Vorgaben, wie ein Attest aussehen muss, gibt es bisher nicht. Der Allergietest sollte nach spätestens einem Jahr wiederholt werden, da viele Kinder bis zu ihrem Schuleintritt ihre Allergien verlieren, also eine Toleranz gegenüber dem Allergen entwickeln.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Wie soll mit abgepumpter Muttermilch umgegangen werden?

Wie soll mit abgepumpter Muttermilch umgegangen werden?

Da abgepumpte Muttermilch unbehandelt ist, birgt sie bei unsachgemäßem Umgang ein hohes Risiko für die Keimentwicklung. Durch eine sorgfältige Gewinnung, die korrekte Lagerung und eine lückenlose Kühlkette beim Transport kann dieses Risiko reduziert werden. Kindertageseinrichtungen sind für den einwandfreien Zustand der Milch verantwortlich. Deshalb wird den Einrichtungen empfohlen, feste Verhaltensweisen im Umgang mit Muttermilch zu definieren. Diese müssen alle Mitarbeiter/innen kennen und müssen den Eltern vermittelt werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und die Nationale Stillkommission haben deshalb Empfehlungen zum hygienischen Umgang mit abgepumpter Muttermilch veröffentlicht, zu denen auch ein Merkblatt für Kitas und Tagespflege sowie ein Merkblatt für Eltern gehören.


 

Gibt es Lebensmittel, die für die Kleinkindernährung ungeeignet sind?

Gibt es Lebensmittel, die für die Kleinkindernährung ungeeignet sind?

Im ersten Lebensjahr sollte es für die Säuglinge keinen Honig geben. Honig kann Bakterien enthalten, die zu einer Vergiftung führen (Botulismus). Kuhmilch und Produkte, die Kuhmilch enthalten, sollten Säuglingen ebenfalls nur in ganz kleinen Mengen gegeben werden, da eine große Menge die Nieren des Babys zu stark belastet. Sie können Darmblutungen auslösen. Aufgrund ihrer Größe leicht verschluckbare Lebensmittel wie Nüsse oder Rosinen sollten vermieden werden, da sie in die Luftröhre der Kinder gelangen können. Zucker, Salz, Gewürze u.ä. am besten vermeiden oder in ganz geringen Mengen verwenden.

Wie können wir mit „schwierigen Essern“ umgehen?

Wie können wir mit „schwierigen Essern“ umgehen?

Wenn Kinder das Essen verweigern oder wenig essen ist das in Ordnung, solange das Gewicht stimmt und die Kinder ausgeglichen und fröhlich sind.
Wenn Kinder immer nur das Gleiche essen, dann bieten Sie ihnen nur einzelne neue Lebensmittel zu bereits vertrauten an. Gestalten Sie das Essen attraktiv und schneiden Obst z.B. in mundgerechte Stücke oder in lustige Formen. Wenn Sie den Kindern neue Lebensmittel immer wieder anbieten, kommt die Lust irgendwann und die Kinder probieren von alleine. Allgemein regen ein bunter und schön gestalteter Teller und eine schöne Essatmosphäre den Appetit an.

Wie läuft ein optimaler Austausch zum Essen und Trinken in der Kita zwischen der Kita und den Eltern?

Wie läuft ein optimaler Austausch zum Essen und Trinken in der Kita zwischen der Kita und den Eltern?

Kita und Eltern sollten eng miteinander arbeiten. Alle Regeln sollten den Eltern erklärt und verdeutlicht werden. Zudem sollte den Eltern der Speiseplan der Kita frei zur Verfügung stehen. Somit können die Mahlzeiten des Kindes über den Tag besser aufeinander abgestimmt werden. Es müssen gemeinsame Absprachen getroffen werden, so dass das Kind in den Genuss einer optimalen Ernährung kommt. Informationen z.B. zum Umgang mit abgepumpter Muttermilch oder zu von zu Hause mitgebrachtem Essen für die Zwischenverpflegung sollte die Kita den Eltern aushändigen.

Sollte es in der Tageseinrichtung Süßigkeiten oder „Kinderlebensmittel“ geben?

Sollte es in der Tageseinrichtung Süßigkeiten oder „Kinderlebensmittel“ geben?

Es müssen klare Absprachen zwischen den Eltern und der Kita getroffen werden, ob von zu Hause Süßigkeiten mitgegeben werden dürfen oder nicht. Schränken Sie den Verzehr von Süßigkeiten in der Kita weitestgehend ein oder verzichten Sie ganz darauf. So ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Kinder am Tag mehrfach naschen. Kinder sind mit der Süße von Obst völlig zufrieden, solange sie keine Süßigkeiten angeboten bekommen. Kinder sollten Süßigkeiten oder salzige Snacks erst so spät wie möglich kennen lernen, dann vermissen sie sie in der Regel auch nicht.

Sollte ein Säugling bei den Mahlzeiten anders behandelt werden als Kleinkinder?

Sollte ein Säugling bei den Mahlzeiten anders behandelt werden als Kleinkinder?

Ja, Säuglinge sollten ihre Mahlzeiten bekommen, wenn sie Hunger haben. Hier kommt es noch nicht darauf an, dass zusammen gegessen und auf alle gewartet wird. Nehmen Sie sich Zeit und setzen sich mit dem Säugling in eine ruhige Ecke. Seien sie führsorglich, halten Blickkontakt und schenken dem Kind Zuwendung und Wärme. Wenn es möglich ist, kann der Säugling anschließend am gemeinsamen Essenstisch dabei sein.

Gibt es verbindliche Qualitätsvorgaben für die Kita-Verpflegung in Berlin?

Gibt es verbindliche Qualitätsvorgaben für die Kita-Verpflegung in Berlin?

Ja, die Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten (QV TAG). Diese Qualitätsvereinbarung ist eine verbindliche Selbstverpflichtung der Tageseinrichtungen mit dem Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.
Es ist vereinbart, dass die Kinder eine qualitativ hochwertige Mittagsverpflegung bekommen. „Diese soll physiologisch ausgewogen, schmackhaft und abwechslungsreich sein und den Ernährungsbedürfnissen der unterschiedlichen Altersstufen entsprechen. Spezifische kulturelle Speisegebote und medizinisch erforderliche Einschränkungen für einzelne Kinder werden berücksichtigt. Frisches Obst und Gemüse werden den Kindern täglich angeboten.
Eine ausreichende Versorgung mit kalorienarmen Getränken ist während des gesamten Tagesablaufs zu gewährleisten.“